Anleitungen

Vor der Hauptuntersuchung: Die häufigsten HU-Mängel selbst prüfen

Die Hauptuntersuchung ist für viele Halter ein Termin mit ungutem Gefühl – dabei sind die häufigsten Beanstandungen weder überraschend noch teuer. Laut TÜV-Report führen seit Jahren dieselben Baugruppen die Mängelstatistik an: Beleuchtung, Bremse, Achsen und Aufhängung, Abgasanlage. Vieles davon können Sie vor dem Termin selbst prüfen.

1. Beleuchtung – der Klassiker

Bitten Sie jemanden, am Fahrzeug entlangzugehen, während Sie alle Funktionen durchschalten: Abblend- und Fernlicht, Standlicht, Blinker vorn/hinten/seitlich, Bremslicht (alle drei!), Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte, Kennzeichenbeleuchtung. Eine einzelne defekte Kennzeichenleuchte ist ein geringer Mangel – aber ein Mangel. Prüfen Sie auch, ob Streuscheiben Risse oder Wassereinschlüsse haben und ob der Scheinwerfer sichtbar zu hoch oder zu tief leuchtet.

Werkstatt-Tipp: Leuchtmittel immer paarweise tauschen. Ein neuer H7-Brenner neben einem drei Jahre alten leuchtet erkennbar anders und wird beim Lichttest gern beanstandet.

2. Bremse

Ohne Bühne lässt sich hier nur ein Teil prüfen: Steht die Bremsflüssigkeit zwischen MIN und MAX? Ist sie älter als zwei Jahre (Wechselintervall bei fast allen Konzernmodellen)? Zieht das Fahrzeug beim Bremsen zur Seite, pulsiert das Pedal, leuchtet eine Warnlampe? Verschleißanzeige-Sensoren melden sich im Kombiinstrument – ein günstiges Teil, das oft mit den Belägen gewechselt gehört.

Bremsbeläge und -scheiben unterliegen der Typgenehmigung nach ECE-R90. Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung; wir führen diese Teile erst mit vorliegendem Nachweis.

3. Achsen, Aufhängung, Lenkung

Das Drücken auf jede Fahrzeugecke („Wipptest“) zeigt ausgeschlagene Stoßdämpfer: Schwingt das Auto mehr als einmal nach, ist der Dämpfer fällig. Klappergeräusche auf Kopfsteinpflaster deuten auf Koppelstangen oder Stabilisatorlager hin – beides Kleinteile, beides typische HU-Beanstandungen bei Golf V/VI, A3 8P und Octavia II. Ölspuren am Dämpferrohr sind ein erheblicher Mangel.

4. Abgasanlage

Ein lauteres Auspuffgeräusch als gewohnt, rostige Schellen oder eine hängende Anlage: Prüfen Sie die Gummihalter (Auspuffgummis) – sie reißen mit den Jahren und kosten wenige Euro. Die Abgasuntersuchung selbst ist ohne Tester nicht vorwegzunehmen; eine leuchtende Motorkontrollleuchte führt aber sicher zum Nichtbestehen.

5. Sicht, Reifen, Ausrüstung

  • Scheibenwischer: Schlieren oder Rubbeln = neue Wischerblätter. Waschanlage muss funktionieren, auch hinten.
  • Windschutzscheibe: Steinschläge im Sichtfeld des Fahrers sind ein Mangel.
  • Reifen: Gesetzlich 1,6 mm Profil, empfohlen 3 mm (Sommer) bzw. 4 mm (Winter). Risse in der Flanke, ungleichmäßiger Verschleiß, Alter über zehn Jahre werden beanstandet.
  • Ausrüstung: Warndreieck, Warnweste und ein Verbandkasten nach DIN 13164 (auf das Haltbarkeitsdatum achten).

Die HU-Checkliste zum Ausdrucken

Bereich Prüfung Typisches Teil
Licht Alle Leuchten, Streuscheiben, Einstellung Leuchtmittel-Satz, Kennzeichenleuchte
Bremse Flüssigkeitsstand/-alter, Warnlampe, Verhalten Verschleißsensor, Bremsflüssigkeit
Fahrwerk Wipptest, Geräusche, Ölspuren Koppelstangen, Stoßdämpfer, Domlager
Abgas Geräusch, Halter, Motorkontrollleuchte Auspuffgummis, Schellen
Sicht Wischer, Waschanlage, Scheibe Wischerblätter
Ausrüstung Warndreieck, Weste, Verbandkasten Verbandkasten DIN 13164

Unsere HU-Vorbereitungs-Sets fassen genau diese Teile für Ihr Modell zusammen – vom Leuchtmittel-Satz bis zu den Auspuffgummis.

ⓘQuelle der Mängelgruppen: TÜV-Report (jährliche Auswertung der Hauptuntersuchungen). Prüfintervall: 36 Monate nach Erstzulassung, danach alle 24 Monate (§ 29 StVZO).